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Am Sonntag ging im Zentrum von Athen die 13. Weltmissionskonferenz mit einem Aussendung-Gottesdienst, an dem Christen aus mehr als 100 Ländern teilnahmen, zuende. Die Vertreterinnen und Vertreter aus allen Teilen der Welt und allen großen Konfessionsfamilien kamen an dem Ort zusammen, an dem der Apostel Paulus seine Predigt an die Athener hielt.

Pastor Dr. Samuel Kobia, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), hielt seine Predigt dort, wo Paulus vor knapp 2000 Jahren den örtlichen Kontext der Philosophen von Athen anerkannte und gleichzeitig die universale Bedeutung des Evangeliums betonte. Auf dem Areopag, dem Ratshügel nordwestlich der Akropolis, erklärte Paulus, das Gott alle Völker geschaffen hat, "damit sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir." (Apostelgeschichte 17,27)

Zeugnis der Vielfalt

Die 13. Konferenz für Weltmission und Evangelisation, die vom 9.-16. Mai an der Küste der Ägäis östlich von Athen stattfand, war ein Zeugnis der Vielfalt der weltweiten christlichen Religion, die aus der Botschaft des Apostels erwachsen ist. Indem die 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Zeichen der Einheit untereinander herausarbeiteten, versuchten sie gemeinsam die Spaltungen in der Welt anzusprechen. Im Zentrum der Diskussion stand das Thema: "Komm, Heiliger Geist, heile und versöhne! In Christus berufen, heilende und versöhnende Gemeinschaften zu sein."

Aus den ÖRK-Mitgliedskirchen kamen Vertreterinnen und Vertreter der orthodoxen, evangelischen, anglikanischen, baptistischen, freikirchlichen, vereinigten, afrikanischen und pfingstkirchlichen Tradition. Außerdem war eine bedeutende Anzahl pfingstkirchlicher und evangelikaler Kirchen vertreten, die nicht dem ÖRK angehören, und zum ersten Mal nahmen an einer Weltmissionskonferenz auch 42 Delegierte der katholischen Kirche nicht als Beobachter, sondern gleichberechtigte Mitglieder teil. Für viele war diese Weltmissionskonferenz vor allem durch diese "erweiterte Beteiligung" geprägt.

"Markt der Möglichkeiten"

Die Atmosphäre auf dieser Weltmissionskonferenz unterschied sich von der vieler anderer ökumenischer Treffen, mit ausführlicher Zeit für gemeinsame Andachten, Bibelarbeit und Diskussionen in Kleingruppen über Fragen rund um die Themen Versöhnung und Heilung. Im Zentrum der Plenarsitzungen standen die Unterthemen wie Aufbau von Gemeinschaften, Überwindung von Gewalt, Bekämpfung von HIV/Aids und Förderung einer Kirche, die für Menschen jeder körperlichen und geistigen Verfassung offen ist. Ein "Markt der Möglichkeiten" mit dem griechischen Namen "Synaxeis" bot weiteren Raum für Themen, die nicht auf dem offiziellen Programm standen.

Ein Aufruf zur Versöhnung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Weltmissionskonferenz mussten anerkennen, dass Spaltungen unter der Christen fortbestehen. Doch die Veränderungen in der Welt des 21. Jahrhunderts stellen die Mission und das Zeugnis der Christen vor beispiellose Herausforderungen und rufen die Kirchen zu Umkehr und Versöhnung auf. Eine Botschaft, oder "Brief", von der Weltmissionskonferenz an die Kirchen, die von Teilnehmenden im Verlauf der Woche entworfen wurde, wurde zur Vervollständigung an die Kommission für Weltmission und Evangelisation weitergeleitet.

Ein eindrucksvolles Symbol

Ein eindrucksvolles Symbol des Lebens auf der Weltmissionskonferenz war ein fünf Meter hohes Kreuz, ein Geschenk der christlichen Kirchen in Jerusalem. Pastorin Ruth Bottoms, Vorsitzende der Weltmissionskonferenz, gab zum Abschluss bekannt, dass dieses Kreuz nun für die neunte ÖRK-Vollversammlung, die im Februar 2006 stattfindet, nach Porto Alegre, Brasilien, gebracht wird. Dort wird es helfen, von der Weltmissionskonferenz und von den Menschen, die im Land der Geburt Christi leiden, zu berichten. Danach wird das Kreuz nach Athen zu den Kirchen Griechenlands zurückkehren.